Psychoakustik

Geräusche sind ein Teil des multi-sensorischen Produkterlebnisses und maßgeblich entscheidend für eine erfolgreiche Produktentwicklung. Warum? Sie geben augenblicklich Auskunft über die Qualität und den Zustand eines Produkts – dies ist der Höreindruck, der im Bestfall zur positiven Emotion wird. Die Verknüpfung zwischen abgestrahltem Schall und auditiver Wahrnehmung ist keineswegs zufällig. Sie unterliegt physikalischen Gesetzen und psychologischen Bedingungen. 

Zur Erforschung dieses Prozesses gibt es eine eigene wissenschaftliche Disziplin, die ein Teilgebiet der Akustik und der Psychophysik ist: Die Psychoakustik. Als Akustik-Dienstleister bieten wir im Bereich der Psychoakustik  spezielle Analysen an, um dem  optimalen Geräusch zum Beispiel beim Produktdesign näher zu kommen. Diese Analysen untersuchen die Auswirkungen des physikalischen Reizes auf das menschliche Gehör und die damit entstehenden individuellen Empfindungen des Hörenden.

Wir können die akustische Qualität Ihres Produkts abbilden!

Unsere Dienstleistung im Rahmen der Psychoakustik beinhalten eine Analyse, einen objektiven Vergleich und eine anschließende Bewertung eines Produktgeräusches anhand von Kriterien wie Schärfe, Rauhigkeit oder Impuls- und Tonhaltigkeit. Diese mittlerweile z. T. standardisierten Parameter differenzieren Produktgeräusche häufig nicht in dem Maße wie erwartet. Unsere Erfahrung auf dem Gebiet der Psychoakustik erlaubt es uns, diese gezielt zu modifizieren und im Rahmen von Projekten weiterzuentwickeln, sodass sie den Wahrnehmungsraum Ihres Produkts abbilden und für das akustische Design nutzbar gemacht werden können. Abgerundet wird dies von unserer Erfahrung und unserem Gespür, anhand bewährter Methoden Klänge hinsichtlich Wirkung sowie Wahrnehmung subjektiv einzuschätzen und ein qualitätssteigerndes Sound-Design für Ihr Produkt zu entwickeln.

>> Anfrage Psychoakustik & Produktdesign

Produkt-Sound-Design & angewandte Psychoakustik

Kopfhörer - Psychoakustik durch Jurytest
Jury-Tests im Schalllabor – Die Bestimmung des Status

Die Psychoakustik findet in vielen Bereichen Anwendung, beginnend mit der Automobilindustrie und ihren Zulieferern bis hin zu diversen consumer products. Als Dienstleistung im Rahmen des Sound- und Produktdesigns kann die Psychoakustik einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, ein Produkt hochwertiger klingen zu lassen oder den Wiedererkennungswert einer Marke schon anhand eines Geräusches zu erhöhen. Dazu beantworten wir im Rahmen der Analyse unter anderem folgende Fragen: Wie wertig klingt beispielsweise das Zufallen einer Autotür? Vermittelt das Geräusch des Auspackens eines Produkts die Qualität des Produkts? Kodiert das Geräusch die Funktionalität, kann es beispielsweise Kraft, Eleganz oder Sportlichkeit abbilden? Ist das akustische Erlebnis attraktiv?

Die Analyse vollziehen wir in drei Schritten:

STATUS – Wo steht das Produkt?

Im ersten Schritt einer psychoakustischen Analyse wird eine Evaluation der Produktgeräusche vorgenommen. Hier werden Klänge von Mitbewerberprodukten, eigens aufbereiteten Geräuschen und von den bereits bestehenden Produkten abgehört, analysiert und beurteilt. Die exakte Abbildung des Ist-Zustandes und die realistische Einordnung mittels eines konkreten Statusvergleichs zum Beispiel mit Produkten von Mitbewerbern bildet die Basis für jede positive Veränderung.

ANALYSE – Die Wahrnehmung

Im zweiten Schritt unseres Analyseprozesses steht die Erfassung der individuellen Hörwahrnehmung des Produktgeräusches durch „Hörende“ im Fokus. Wie ist der Eindruck des Rezipierenden hinsichtlich der zu untersuchenden Parameter? In diesem Schritt wird analysiert, welche psychoakustischen Größen (u. a. Lautstärke, Schärfe, Rauigkeit, Schwankungsstärke) dem Urteil des Hörenden maßgeblich zugrunde liegen und dessen Bewertung beeinflussen. Die genaue Untersuchung dieser Kriterien der Psychoakustik machen den Prozess des Sounddesigns für ein Produkt objektiv und transparent. Zum Beispiel können leise Töne durch lautere überlagert werden. Diese Töne waren eventuell Teil des akustischen Designs, sind jedoch durch die Überlagerung für den intendierten Rezipienten gar nicht wahrnehmbar, obwohl sie physikalisch vorhanden sind. Messgeräte können also nur in eingeschränktem Maße das subjektive Hören wiedergeben, weshalb eine gleichgewichtige Betrachtung beider Perspektiven, jener der Wissenschaft und jener des Empfindens, dringend nötig ist, um die Qualität des Produktgeräusches zu steigern.

Hören - Grundlage der Psychoakustik - Schalllabor Hamburg
Hören alle dasselbe?

INTERVENTION – Optimierung

Im abschließenden Schritt unserer Analyse im Rahmen der Psychoakustik geht es darum, die notwendigen Ansatzpunkte für eine Veränderung zu finden, um eine Verbesserung des Produktgeräusches zu erreichen. Welche physikalisch-technischen Ursachen sind für die Entstehung des Geräusches verantwortlich? Die objektiven psychoakustischen Parameter, gemessen in der Analysephase, legen den Grundstein für eine physikalische Analyse der Produktveränderung, da sie sich jeweils auf bestimmte Teile des Geräusches beziehen. Wir können nun die physikalische Wahrnehmung als Grundlage zur Konstruktion neuer, optimierter Produktgeräusche nutzen. Dieses wird in enger Abstimmung mit den Konstruierenden und Maschinenbauern durchgeführt. Auf diese Weise wird das Produkt mit Blick auf den gewünschten akustischen Effekt hin verändert und in Zusammenarbeit mit Ihnen optimiert.

(siehe technisch-physikalische Weiterentwicklung)

Psychoakustik als verkaufsfördernder Faktor für Ihr Produkt

Psychoakustik als Antrieb für Ihr Produkt

Wie Sie sehen, kann die Psychoakustik einen weitreichenden Beitrag zum Erfolg und dem Wiedererkennungswert zahlreicher Gebrauchsgüter beitragen und potenziell auch die Beliebtheit Ihres Produkts steigern. Können Sie sich eine solche Analyse für Ihr Produkt vorstellen? Gern diskutieren wir mit Ihnen den konkreten Anwendungsfall und unterbreiten Ihnen ein Angebot. Rufen Sie uns einfach an oder informieren Sie sich über unsere Referenzen und Publikationen zum Thema Psychoakustik.

Was ist Psychoakustik?

Jedes Geräusch, das wir wahrnehmen, löst in uns in irgendeiner Form ein Gefühl aus – manche mehr, manche weniger stark ausgeprägt. Das sanfte Plätschern von Wasser empfinden die meisten Menschen als entspannend, deshalb gibt es Zimmerbrunnen. Das Quietschen von Kreide auf einer Tafel hingegen ist schon fast das Paradebeispiel eines Geräusches, das die meisten von uns erschaudern lässt. Es gibt eine wissenschaftliche Disziplin, die den Zusammenhang zwischen dem messbaren, physikalischen Ereignis eines Geräusches (dem Schall) und den durch sie hervorgerufenen subjektiven Empfindungen des Hörenden erforscht: die Psychoakustik.  Anwendung findet die Psychoakustik insbesondere bei der akustischen Produktgestaltung oder Produktgeräuschoptimierung (Sound Design). Aufgrund der Erkenntnisse der Psychoakustik lassen sich mittlerweile bereit recht exakte Vorhersagen bezüglich der Empfindungen und Bewertungen treffen, die bestimmte Geräusche bei den menschlichen Rezipienten auslösen werden. Vorauszubestimmen, wie ein Konsument einen bestimmten Sound empfindet, und diese Empfindungen dann gezielt im Sinne zum Beispiel eines Produktherstellers zu manipulieren, fällt in den Bereich der angewandten Psychoakustik.

Psychoakustik: Geräusche beeinflussen Emotionen – und Kaufentscheidungen

Besondere Bekanntheit haben die Aktivitäten bezüglich der Geräuschoptimierung in der Automobilbranche erlangt. Ganze Abteilungen mit Akustikexperten und Sounddesignern kümmern sich dort mittlerweile darum, das Zuschlagen der Autotür oder das Motorengeräusch besonders hochwertig klingen zu lassen. Denn die Automobilhersteller haben relativ früh erkannt, dass die Empfindungen, die durch ein besonders wohliges Motorbrummen ausgelöst werden, durchaus auch Kaufentscheidungen beeinflussen können. Mittlerweile erstreckt sich das Sounddesign über das gesamte Spektrum an Alltagsprodukten, vom Bürodrucker bis zur Kaffeemaschine. Aber auch bei Produkten wie Keksen oder Kartoffelchips findet das Produktdesign mittels Psychoakustik mittlerweile Anwendung. Raschelt die Chipstüte angenehm oder wird das Geräusch eventuell als zu harsch und laut empfunden? Suggeriert das Knuspern der Cornflakes die gewünschte Frische? Selbst die Öffnungsgeräusche von Bier- oder Fruchtsaftflaschen können und werden heutzutage akustisch auf Wohlempfinden und Wiedererkennungswert optimiert.  Mithilfe der Psychoakustik, dieser Disziplin zwischen Physik und Psychologie, suchen die Akustiker vom Hamburger Schalllabor nach dem optimalen Sound für ihre Kunden. Denn nicht immer trifft ein Produkt gleich beim ersten Versuch den richtigen Ton. Und da von schlechten Geräuschen schnell auf schlechte Qualität geschlossen wird, ist eine Soundoptimierung auf den heutigen stark umkämpften Märkten eine wichtige Überlebensstrategie.

Aus den Erkenntnissen der Psychoakustik wurden mehrere Bewertungskriterien und Maßeinheiten abgeleitet. Diese verschiedenen psychoakustischen Aspekte eines Geräusches wie die in Sone angegebene Lautheit, die in Asper gemessene Rauigkeit, die Schärfe mit der Bewertung in Acum und die Schwankungsstärke, gemessen in Vacil, tragen in unterschiedlichem Maß zu der vom Hörenden wahrgenommenen Geräuschqualität bei.

Eine wichtige Erkenntnis der Psychoakustik: Nicht nur die reine Bewertung eines Geräusches ist entscheidend für die Qualität eines Produktgeräusches, sondern auch, ob das Geräusch mit der Erwartungshaltung des Hörers zusammenpasst. Ein Sportwagenfahrer hat ganz andere Sounderwartungen an sein Auto als ein Fahrer eines Familienautos: Wo der Motor bei dem einen aggressiv-sportlich fauchen sollte wünscht sich der andere ein Sicherheit vermittelndes, ruhiges Blubbern. Welches Geräusch erwarten Nutzer, wenn sie eine Taste drücken? Welches, wenn sie eine Maschine einschalten? Reicht ein dezentes Klicken oder soll es ein aufwendigerer Sound sein? Hier gilt es, die entsprechenden Wünsche und Erwartungen der Klientel bezüglich des Produktes im Sounddesign abzubilden.

Selbst die einfachsten Geräte kommen heutzutage mit einem Display daher. Durch jahrelange Nutzung von Smartphones und Tablets wird ein einfaches Piepsen als Feedback beim Drücken einer Taste heute häufig nicht mehr als ausreichend empfunden. Auch hier gilt es, mit dem passenden Sounddesign und den Mitteln der Psychoakustik Geräusche zu finden, die beim Benutzer eine positive Nutzungserfahrung auslösen.

In Zeiten immer geräuschlos werdender Maschinen und Geräte und Touchscreens, die keinerlei mechanische Geräusche beim Betätigen eines Knopfes mehr abgeben, gilt es zudem, dem Nutzer eine Bestätigung für das erfolgreiche Einleiten einer Funktion zu geben. So simulieren viele moderne Kameras angesichts fehlender Betriebsgeräusche beim Betätigen des Auslösers über den Lautsprecher die typischen Verschlussgeräusche einer mechanischen Linse.

Mit aufwendigen Analysen helfen die Akustiker des Schalllabors ihren Kunden, mittels der Psychoakustik ihre Produkte hochwertiger klingen zu lassen. Dabei werden Fragen beantwortet wie: Vermittelt das Geräusch des Auspackens des Produkts bereits die Qualität des Inhaltes? Kann das Produktgeräusch Aspekte der Funktionalität wie beispielsweise Kraft, Eleganz oder Sportlichkeit widerspiegeln? Und selbstverständlich vor allem anderen: Wird das akustische Erlebnis von den Hörern als attraktiv und positiv empfunden? Dazu werden auch heute noch, trotz aller standardisierten Parameter zur Bewertung von Produktgeräuschen, Probanden befragt. Mit ihrer Hilfe werden die Geräusche von Produkten zum Beispiel mit denen von Mitbewerbern verglichen und anhand der Hörerbewertungen gezielt modifiziert.